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Stil­len und Abstillen

A Mother breastfeeding her little baby boy in her arms.

Stil­len und Abstillen

Stil­len ist das Natür­lichs­te der Welt. Meint man. Wenn Müt­ter Pro­ble­me mit dem Stil­len haben, dann gibt es ja schließ­lich Heb­am­men, Still­be­ra­te­rin­nen und ande­re Exper­tin­nen. Wir haben eine jun­ge Mut­ter gefragt, wie es ihr ergan­gen ist.

PAULI&CO: Ste­fa­nie, Du hast Zwil­lin­ge gebo­ren. Wie ist es Dir mit dem Stil­len Dei­ner bei­den Kin­der ergangen?

Ste­fa­nie Fors­ter*: Also, ich hab mich rie­sig über mei­ne Schwan­ger­schaft und auf mei­ne bei­den Babys gefreut. Ich hat­te ein ganz kla­res Bild von mir als Mut­ter. Und dazu gehör­te auch, dass ich mei­ne Kin­der sechs Mona­te oder län­ger voll stil­le. Die bei­den kamen dann aber zwei Mona­te zu früh auf die Welt und muss­ten erst mal auf die Inten­siv­sta­ti­on. Da war die Still-Idyl­le schnell dahin. Ich muss­te Mut­ter­milch abpum­pen, da bei den Babys der Saug­re­flex noch nicht stark genug aus­ge­bil­det war. Man konn­te so natür­lich auch die Trink­men­ge bes­ser beob­ach­ten. Das ist bei so klei­nen Kin­dern wichtig.

PAULI&CO: Und wie ging es Dir dabei?

Ste­fa­nie Fors­ter: Ehr­lich gesagt, gar nicht gut. Ich hab mir immer nur gesagt: Ich muss das schaf­fen. Ich muss es schaf­fen, dass ich mei­ne Kin­der selbst stil­len kann, denn das ist ja das Bes­te. Und wenn ich das nicht schaf­fe, dann ver­sa­ge ich und kann mei­nen Kin­dern nur das Zweit­bes­te geben. Ich hab mich sehr unter Druck gesetzt. Ich war fest davon über­zeugt, dass ich mit einer Ersatz­milch dem Immun­sys­tem mei­ner Kin­der scha­de. Die­ser Druck wur­de noch ver­stärkt durch das Kran­ken­haus­per­so­nal und die Heb­am­me. Ich hab mich in die­ser Situa­ti­on gar nicht mehr selbst gese­hen. Mit Zwil­lin­gen hat man ohne­hin mehr Arbeit und weni­ger Schlaf und ich war nach kur­zer Zeit völ­lig erschöpft.

PAULI&CO: Das ist nur all­zu ver­ständ­lich. Wie hast Du dann einen Aus­weg aus der Situa­ti­on gefunden?

Ste­fa­nie Fors­ter: Erst ein Besuch bei unse­rem Kin­der­arzt lös­te mei­ne völ­lig ver­fah­re­ne Situa­ti­on. Er frag­te mich ganz ein­fach: Wie geht es Ihnen denn eigent­lich? Da wur­de mir bewusst, dass ich gar nicht mehr an mich gedacht habe. Ich woll­te nur funk­tio­nie­ren, mei­nem eige­nen Anspruch sowie dem ande­rer genü­gen. Da ich mich so unter Druck gesetzt habe, hat­te ich nicht mehr genug Milch und die Kin­der wur­den nicht mehr satt. Ein Teu­fels­kreis. Und das Abpum­pen war sehr schmerz­haft und unan­ge­nehm. Vom zeit­auf­wän­di­gen Rei­ni­gen und Ste­ri­li­sie­ren der Pum­pe ganz zu schwei­gen. Mein Kin­der­arzt war die ers­te Per­son, die mir gera­ten hat, abzu­stil­len. Er hat mir die Beden­ken genom­men, dass ich dadurch mei­nen Kin­dern scha­de und kein schlech­tes Gewis­sen haben muss.

PAULI&CO: Ist der Druck dann ver­schwun­den, als Du Dich für Ersatz­milch ent­schie­den hast?

Ste­fa­nie Fors­ter: Ja, völ­lig. Ich war sehr erleich­tert. Ich hat­te auch immer die Vor­stel­lung, dass die Kin­der nur durch das Stil­len eine enge Müt­ter­bin­dung ent­wi­ckeln. Mein Kin­der­arzt hat mich da gut bera­ten, er hat uns als Fami­lie ganz­heit­lich gese­hen. Er meint, dass eine ent­spann­te und aus­ge­schla­fe­ne Mut­ter, die die Fla­sche gibt, bes­ser für ihre Kin­der ist als eine gestress­te mit schlech­tem Gewis­sen. Als mei­ne Zwil­lin­ge dann Ersatz­milch beka­men, ent­spann­te sich die Situa­ti­on in der gan­zen Familie.

PAULI&CO: Was kannst Du ande­ren Frau­en nach Dei­nen Erfah­run­gen mitgeben?

Ste­fa­nie Fors­ter: Also, ich fin­de das Stil­len nach wie vor wich­tig. Aber wenn die Umstän­de bei­spiels­wei­se so sind wie sie bei mir waren, dann soll­te man acht­sam mit sich als Frau und Mut­ter umge­hen und sich fra­gen, was einem gut tut. In mei­nem Fall war es bes­ser, abzu­stil­len. Und ich habe gelernt, dass das völ­lig okay ist. Mich hat nur gewun­dert, dass man mir das im Kran­ken­haus nicht gesagt hat oder dass mei­ne Heb­am­me das nicht ange­regt hat. Da hät­te ich mir ger­ne frü­her ehr­li­che Wor­te oder eine Auf­klä­rung gewünscht.

Gene­rell glau­be ich, dass wir Frau­en und Müt­ter uns zu sehr unter Druck set­zen und bereit sind, uns all­ge­mei­nen Erwar­tun­gen zu beu­gen. Das soll­te man immer wie­der hin­ter­fra­gen. Es gibt kei­nen Fahr­plan für Müt­ter, jede muss für sich selbst frei ent­schei­den, was das Bes­te für sie und ihre Kin­der ist.

 

(*Name von der Redak­ti­on geändert)

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